Erdarbeiten sind in Widdersdorf ein großes Thema, denn das Baugebiet wird künftig ein höheres Niveau als die Felder bisher aufweisen. Vermutlich aus Sorge über die Zeit nach Abschaltung der Grundwasserpumpen im benachbarten Braunkohlegebiet. Hoffentlich reichen die vorgesehenen Maßnahmen aus, den aktuellen Grundwasserspiegel bei 12m nicht zu extrem ansteigen zu lassen, wenn es so weit ist.
In unserem Komplettpreisangebot von Hr. Marx sind laut Aussage während der Verkaufsgespräche Erdarbeiten und Garten berücksicht. Verkauft wurde uns dies als Gesamtpaket, mit weiteren Kosten sei nicht zu rechnen. Da bereits einige Häuser von Marx am Standort gebaut wurden, vertrauen wir dieser Aussage.
Die Realität sieht leider anders aus. Alleine die in der Baugrube aufgefüllte Erdmenge ist höher, als ursprünglich geplant. Notwendig wurde dies, um die Lehmschichten unter der Bodenplatte mit versickerungsfähigem Füllkies auszutauschen. Dafür soll 30% mehr Volumen benötigt worden sein. Das Foto der Bodenplatte im Artikel “Der Beginn” zeigt jedoch, dass unter der Bodenplatte kein neues Erdreich aufgeschüttet ist. Wir können den Mehraufwand nicht nachvollziehen.
Da wir vor Baubeginn auf Bodenproben verzichtet haben, bleibt uns zumindest dieser Posten als Einsparung.
Nächstes Ärgernis ist die neue Aussage, daß das Auffüllen auf das Zielniveau plötzlich nicht mehr im kalkulierten Gesamtpreis unter Punkt Erdarbeiten enthalten sein soll.
Es ergibt sich in unserem Fall insgesamt eine Kostensteigerung von 140%; wir sind wenig begeistert. Interessierte Bauherren sollten für diesen Posten jedenfalls eher mit 30€/m² rechnen, anstelle von 12 €/m².
Desweiteren erscheint uns die insgesamt abgerechnete Auffüllmenge höchst zweifelhaft. Unter Berücksichtigung des Kellervolumens beider Haushälften, müssten rund ums Haus eigentlich 30 – 40cm Erde höher als der Eingang liegen. Dies ist nicht der Fall.
Nachvollziehbar sind die Rechnungen von Amand nicht, die Lieferscheine für die Anlieferungen haben wir trotz Anfrage bisher nicht erhalten. Leider ist uns dies erst nach Bezahlung aufgefallen, die nachträgliche Klärung zieht sich hin.
Das Verschweigen des tatsächlichen Aufwands für die Auffüllungen zum Zielniveau hat am Standort anscheinend System, denn die Erdarbeiten sind Ärgenis für viele Bauherren. Es macht den Eindruck, dass systematisch die Gesamtkosten dem Bauherren gegenüber verschwiegen werden. Mit deren Berücksichtung ist der Standort Widdersdorf-Süd deutlich weniger wettbewerbsfähig.
Mit Erfahrungen durch den Bau von 8 Häusern in Widdersdorf, hätten wir seitens Architekt zumindest einen Hinweis auf zusätzliche Kosten bzw. eine konkrete Risikoabschätzung erwartet.
